|
FLENSBORG. Die Enttäuschung stand den Spielern des DHK Flensborg nach der 27:30 (14:15)-Heimniederlage gegen den VfL Fredenbeck deutlich ins Gesicht geschrieben. Und auch Liga-Manager Tobias Dahm, der den an einem Bandscheibenvorfall laborierenden Trainer Volker Paul vertrat, konnte nur schwer die richtigen Worte finden, um die Niederlage zu erklären. »Ich hatte mir einen ruhigeren Nachmittag erhofft. Es war das erwartet schwere Spiel. Aber wir waren gut vorbereitet, so dass uns das Spiel des VfL nicht wirklich überrascht hat. Leider haben wir es nicht geschafft, die Anspiele über den Mittelblock zu verhindern. Wir sind sehr schlecht ins Spiel hineingekommen und mussten unsere 5:1-Deckung umstellen, was dann auch gegriffen hat. Aber auch darauf stellte sich der VfL schnell ein, so dass sie erneut zu leichten Toren kamen«, fasste Dahm die Deckungsarbeit zusammen.
In der Tat kamen die Hausherren schlecht aus den Startlöchern. So lag man rasch 2:5 zurück. Doch nicht nur, weil man hinten zu offen war, sondern auch, weil im Angriff zu viel verworfen wurde. So erwischte vor allem Linksaußen Lasse Johannsen einen gebrauchten Tag. »Das kann auch mal passieren. Leider hatten wir dann keine anderen Spieler, die da in die Bresche gesprungen sind«, so Dahm.
Besser wurde das Spiel als die Deckung umgestellt wurde und Gerald Dobratz den glücklosen Christoph Peters im Tor ersetzte. Und gab es etwas in diesem Spiel aus Flensburger Sicht hervorzuheben, so war es die Einstellung. Denn zu keinem Zeitpunkt ließen die Gastgeber die Köpfe hängen. Im Gegenteil, sie kämpften und entfachten auch bei den rund 400 Zuschauern den richtigen Funken. So schmolz der Vorsprung der Gäste nach dem zwischenzeitlichen10:5 und 11:6 zusehends. Mit Jan Thorben Ehlers kam weiter frischer Wind in das DHK-Spiel und beim Stande von 11:12 (26.) war die Partie wieder offen und die Halle hellwach.
Ausgleich
Christian Jansen gelang kurz darauf der Ausgleich zum 13:13 und Johannsen der zum 14:14, doch die Abwehr blieb weiterhin die Sollbruch-Stelle und kassierte mit dem Pausenpfiff noch das 14:15.
Die beiden Fredenbecker, Pascal Czaplinski und der neunfache Torschütze Lars Kratzenberg ließen nach dem Wiederbeginn zwei schnelle Tore folgen. Ehlers und Kai-Simon Römpke brachten die Flensburger jedoch schnell wieder ran. Wieder konnte der VfL auf drei davonziehen, aber erneut gelang dem DHK der Anschlusstreffer zum 19:20 (39.). Es sollte in der Folgezeit das letzte Mal sein, dass die Gastgeber so dicht an den Gegner rankamen.
Auch weil der VfL nun Römpke durch eine Manndeckung aus dem Spiel nahm. Zwar mühten sich Torben Sievers und Christopher Bath das auszugleichen, doch beiden gelang es nicht, dem Spiel die entscheidende Wende zu geben und für leichte Tore zu sorgen.
Vorentscheidung
So zogen die Gäste bis zur 49. Minute auf 26:21 davon. »Wir haben uns aber nicht aufgegeben und das muss man der Mannschaft anrechnen«, so Dobratz nach dem Spiel. So war es auch, der DHK warf nochmals alles in der Waagschale und kam bis auf 25:27 (55.) und 26:28 (58.) ran, schmiss dann aber alles durch zwei Zeitstrafen über Bord und musste die letzten beiden Spielminuten in doppelter Unterzahl überstehen. Die schaukelte der VfL sicher über die Zeit und gewann am Ende verdient mit 30:27.
»Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir uns diszipliniert verhalten und uns an die Vorgaben gehalten haben«, so Dahm. Der Liga-Manager ging jedoch auch kritisch mit sich selbst um, vor allem in Bezug auf die Tatsache, dass er Ehlers trotz guter und leichter Treffer für den DHK wieder rausnahm und nicht mehr bracht.
»Ich habe mich nach dem Spiel auch gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, ihn wieder zu bringen. Aber ich fand, dass zum Ende hin Tim Steffensen und Ruben Best sich in der zentralen Deckung wieder fingen und habe daher entschieden, ihn auf der Bank zu lassen. Und durch die Manndeckung von Römpke sah ich Sievers und Bath in der Offensive als die spritzigeren und schnelleren Spieler. Man hätte den Versuch vielleicht machen sollen«, so Dahm.
Am kommenden Wochenende muss der DHK zum SV Beckdorf. Dann werden auch der rotgesperrte Jan Molsen und der studienbedingt abwesende Christopher Götzien wieder mit von der Partie sein.
DHK: Peters, Dobratz - Jansen 8, Johannsen 3, Römpke 6, Ehlers 4, Steffensen, Sievers, Bath 3, Stotz 2/2, Best 1.
VfL: Kuksa, Gehlken - Tluczynski 8/2, Sharnikau, Hesslein 2/1, Czaplinski 6, Stangneth, Golovici, Heinemann 1, Weidner 1, Kratzenberg 9, Koch, Schmidt, Schlünzen, Tetzlaff, Philippi 1, Lenz 2.
Zurück
|