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Flensburg. Hektik, Kampf und Krampf hatte man erwartet, stattdessen wurde es ein entspannter Handball-Abend, den der Gastgeber vor rund 200 Interessierten eindeutig dominierte. Im Kellerduell schlug der DHK Flensburg das Schlusslicht SV 63 Brandenburg-West mit 39:29 (18:13) und feierte damit nach dreimonatiger Durststrecke und neun Niederlagen in Serie wieder ein Erfolgserlebnis. "Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber auch Punkte, an denen wir noch arbeiten müssen", sagte Matthias Hahn nach seinem ersten Spiel als DHK-Trainer.
Der 47-Jährige bekam zu Beginn der Pressekonferenz großen Applaus und musste Hände strahlender Zuschauer schütteln. Man spürte: Der große Name ist im Kampf um den Klassenerhalt der große Hoffnungsträger. Dieser reagierte zurückhaltend. "Ob es heute besser war als vorher, kann ich nicht beurteilen", sagte Matthias Hahn, der zuvor kein Pflichtspiel seiner Truppe gesehen hatte. "Mich reizt die Aufgabe, und ich bin gespannt, ob ich hier etwas bewegen kann."
Wie zu hören war, hat die ruhige, aber bestimmte Ansprache des ehemaligen Weltklasse-Kreisläufers in der Kabine Eindruck hinterlassen. Zumindest startete der DHK mit viel Selbstvertrauen. Christoph Peters parierte gleich die ersten Bälle, vorne ließen die Hausherren keine Gelegenheit aus. Mit seinem dritten Treffer besorgte Ruben Best nach exakt fünf Minuten das 5:0. "Wenn man die ersten drei Würfe verwandelt, dann läuft es", sagte der überragende Goalgetter Lasse Johannsen. "Wir waren heute eine andere Mannschaft und haben gut in der Abwehr gestanden."
Der letzten Aussage lauschte Matthias Hahn mit kritischer Miene. Nach seinem Geschmack hatte sich seine neue Mannschaft zu viele Gegentreffer eingefangen. Allerdings zeigte er Milde, hatte er doch die Deckung umgestellt. "Jeder Trainer hat eine andere Vorstellung von Abwehr", sagte er. Spielmacher Jan Molsen rückte ins Abwehrzentrum, und Christopher Bath durfte auf halb decken. Von der Leistung des Linkshänders waren viele angetan.
Die Brandenburger waren zwar mit einem Linienbus angereist, zeigten aber nur wenig spielerische Linie. Fünf Minuten vor der Pause waren sie auf 15:12 herangerückt. Matthias Hahn hatte die grüne Time-Out-Karte in der Hand, setzte sie aber noch nicht ein. Der DHK legte auch so den Hebel wieder um. Erst 20 Sekunden vor der Halbzeit-Sirene die Auszeit: Eine doppelte Unterzahl! Der DHK spulte die Restzeit ruhig herunter, und nach Wiederbeginn sorgte Christopher Bath mit dem 19:13 gleich für einen Paukenschlag. Die Punkte waren schnell im sicheren Hafen. "Ich habe in der Mannschaft eine Aufbruchsstimmung wahrgenommen", sagte Matthias Hahn - wohlwissend, dass jeder der kommenden Aufgaben schwieriger werden wird. DHK Flensburg: Peters, Dobratz (ab 46., bei einem 7m) - Jansen (5), Johannsen (11/1), Römpke (4/2), Ehlers (4), Steffensen, Molsen (3), Bath (7/1), Stotz, Best (5), Goetzien.
SV 63 Brandenburg-West: Witowski, Heinz - Donath (1), Reckzeh (3), Krug (4), Bieganski (7/7), Wollweber, Heuer (1), Franz (1), Fleischer (2), Teichert (2), Fähling (3), Greupner (1), Ackermann (4/1).
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