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Dem DHK fehlte am Ende die Breite (Flensborg Avis)
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Marc Peetz (mp@fla.de)

man, 17. okt 2011, 10:15

TARP. Als der Anwurf in der »picke-packe-vollen« Treenehalle erfolgte, standen zahlreiche Zuschauer noch vor der Halle Schlange, um sich die Partie zwischen Gastgeber HSG Tarp-Wanderup und dem DHK Flensborg anzuschauen. Und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen. Weder die Fans der Wölfe, die sich am Ende über einen 40:28 (18:16)-Erfolg ihrer Mannschaft freuen konnten, noch die Anhänger vom DHK, der vor allem im ersten Durchgang auf Augenhöhe spielte und viele Beobachter positiv überraschte.

»DHK spielt richtig gut mit. Je länger sie dran bleiben, desto größer sind die Chancen, dass sie was mitnehmen können«, sagte der Ex-DHKer Maik Makowka. Der SønderjyskE-Spieler ließ sich die Partie eben so wenig entgehen wie SG-Flensburg-Handewitt-Kreisläufer Jacob Heinl.

Beide wurden dann aber Zeuge, wie die Partie innerhalb weniger Minuten entschieden wurde. Führte der Favorit und amtierende Meister der 3. Liga zur Pause mit 18:16, so baute er die Führung schnell auf 24:17 aus (37.).

Ursachenforschung
Für Gäste-Trainer Volker Paul lag die Ursache jedoch noch in Halbzeit eins. »Wir bekamen durch einen Wechselspieler eine Zeitstrafe. Statt auf 17:17 auszugleichen bekamen wir dann das 18:16 und in Unterzahl folgten dann zu Beginn des zweiten Durchgangs zwei weitere Treffer«, so Paul. »Und dann kam Tarp ins Rollen.«

Doch nicht nur die Zeitstrafe trug zur Vorentscheidung bei. Auch vier Torhüter-Paraden von Mikkel Tarp Moldrup sorgten dafür, dass die HSG zu leichten und vor allem schnellen Toren kam.

»Wir konnten uns zum Glück im Tor steigern«, fügte HSG-Trainer Kai Nielsen dann auch richtig hinzu.

Bis dahin hatten weder Gerald Dobratz beim DHK, noch Moldrup oder Hendrik Schefer auf Tarper Seite viel zu fassen bekommen. »Wenn du nur zwei Paraden hast, ist es auch nicht überraschend, dass du zur Pause nur mit zwei führst«, so Nielsen.

Allerdings lag es auch daran, dass beide Teams sich im Angriff von einer starken Seite zeigten. Vor allem Tarps Sjören Tölle schien seinen Wurfarm gut geschmiert zu haben, denn der Rückraumshooter sorgte im ersten Durchgang fast im Alleingang dafür, dass Tarp immer wieder in Führung lag.

Falsch verteidigt
»Wir haben Mario Petersen ganz gut im Griff gehabt, aber leider Tölle nicht in den Griff bekommen. Wir haben ihn falsch verteidigt, was er auch sehr gut ausgenutzt hat«, bemängelte Paul.

Während die Wölfe überwiegend aus dem Rückraum zubissen, wusste DHK im ersten Durchgang mit gutem und geduldigen Spiel über die Außen zu beeindrucken.

Deutlich wurde das nach dem 7:8 durch Johannsen. »Danach haben wir nämlich ungeduldig und zu früh den Abschluss gesucht«, meinte Paul. In einer Auszeit korrigierte der Trainer das und sah dann, wie seine Mannschaft nach einem 7:11-Ruckstand zunächst auf 9:11 verkürzte und dann sogar zum 13:13 ausglich (22).

DHK blieb bis zur Pause auf Tuchfühlung, doch bereits zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass die Gastgeber ein mögliches Plus auf der Bank hatten. Denn Nielsen gab sowohl Petersen als auch Tölle zum Ende eine Pause. Doch sowohl Tjark Dessler als auch Reiner Kobs hielten das Tempo hoch, wodurch im Spiel der Tarper kein Bruch kam. »Wir wollten dem Gegner keine Pause geben, entsprechend haben wir auch unser Unterzahlspiel mit der Hereinnahme eines sechsten Feldspielers gut kompensiert und uns nicht aus der Ruhe bringen lassen«, so Nielsen.

Mentale Niederlage
Spätestens beim 29:18 (41.) war der DHK »auch mental« geschlagen, wie Paul feststellte. Es schlichen sie viele technische Fehler ins Flensburger Spiel ein und der zweite Anzug konnte nicht wirklich etwas dazu beitragen, dass die Partie aus DHK-Sicht etwas versöhnlicher verlief. Zwar sorgte DHK-Ruckraumshooter Jan Torben Ehlers nochmal zum Ende hin für einige kleine Lichtblicke, »doch da war die Brisanz aus der Partie bereits raus. Nach seinem Nasenbruch war das eine gute Phase für ihn, Spielpraxis zu sammeln. Wäre die Partie enger gewesen, hätte ich ihn aus wahrscheinlich nicht gebracht. Dann hätte er mehr in die Zweikämpfe gemusst und das hätte ich nicht riskiert«, so Paul. So konnte Ehlers sich noch mit fünf Toren in der Torschützenliste eintragen.

Trauriger Höhepunkt einer ansonsten sehr fairen Partie war dann die Rote Karte für DHKs Jan Molsen, als er sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und so seiner Mannschaft für die nächsten Partie sicherlich einen Bärendienst erwiesen hat.

Blick nach vorne
»Da war sicherlich Frust und Wut über die Niederlage dabei, dennoch darf ihm das nicht passieren«, wusste sein Trainer.

»Wir müssen jetzt aber nach vorne schauen und vor allem das Positive aus dem ersten Durchgang mitnehmen. Das war eine starke Teamleistung. Dennoch war der Sieg unterm Strich in Ordnung, schade nur, dass wir in der Höhe verloren haben«, zog Paul ein Fazit.

Für Nielsen spielte die Höhe keine Rolle. »Ich kann jeden nur zur Bescheidenheit raten. Wir müssen weiter konzentriert arbeiten und von Spiel zu Spiel schauen«, so der HSG-Trainer. Gleichzeitig lobte er den Umbruch beim DHK. »Der DHK ist auf einem guten Weg. Sie setzten auf junge Leute und gibt ihnen auch Spielzeit. Das ist gut und wichtig.«

Auch Paul fand entsprechend lobende Worte für das Wölfe-Rudel. »Man hat heute über die gesamte Spielzeit gesehen: das Team funktioniert bei Tarp. Sie wechseln, ohne dass es einen Bruch im Spiel gibt und sie setzen einen Gegner selbst in Unterzahl unter Druck.«

Druck, dem der DHK trotz allem eine Halbzeit lang sehr gut standhielt.

HSG: Moldrup, Schefer - Kobs 2/2, Brüne 6, Desler 2, Tölle 13, Blasczyk 4, Lundgaard, Otto 1, Knaack, Petersen 3, Jessen 4, Zschiesche 5.

DHK: Peters, Dobratz - Steffensen 1, Sievers 1, Molsen 2, Best 2, Götzien 2, Ehlers 5, Bath, Jansen 3, Johannsen 6, Römpke 6/2.

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